Oktober 31 2011 0Comment

HNA – Neustart trotz Traumjob

Neustart trotz Traumjob – Oktober 2011
Schon während des Studiums gründete Nicolas Karasch seine erste Firma
Von Kornelia Schmidt-Hagemeyer
Göttingen.

Er hatte einen Traumjob in der Fußball-Bundesliga und fing trotzdem noch einmal von vorn an: Mit zwei Kompagnons machte sich Nicolas Karasch mit der Agentur „TeamEinsNull“ selbstständig. Die GmbH der drei Gesellschafter bietet Unternehmen und Sportvereinen Beratung zum Thema Sponsoring.
Die Unternehmensidee passt scheinbar perfekt zum Studium des heute 30-Jährigen. Karasch hat in Göttingen Volkswirtschaft und Sport mit dem Schwerpunkt Internationales Sportmanagement studiert. Doch lange hielt es ihn nicht im Hörsaal. Das Studium, sagt er, sei „nicht das wirkliche Leben“.
Um Erfahrung zu sammeln gründete Karasch in Göttingen die Firma „Sideline“ (heute Uni-Liga). Durch ein Praktikum fürs Studium kam er dann zum VfL Wolfsburg und blieb. Denn nach sechs Monaten in der Abteilung für Fanartikel (Merchandising) bot der Bundesliga-Verein dem gebürtigen Göttinger die Stelle des stellvertretenden Merchandising-Leiters an. Ein Jahr später war der Karasch für die Markenführung des VfL verantwortlich.
„Ein Traumjob für jeden, der den Sport liebt“, sagt er. Denn 2009 wurde Wolfsburg Deutscher Fußballmeister und der Göttinger war an der Organisation der Meisterschaftsfeier beteiligt. Während der folgenden Champions-League Saison lernte er den europäischen Fußballbetrieb kennen – inklusive Stress und 16-Stunden-Arbeitstagen.

Arbeit für Bundesligist
„Es war eine wahnsinnig spannende Zeit“, erinnert er sich. „Aber ich wollte etwas eigenes machen.“ Karasch zog zurück in seine Heimatstadt, gründete im Sommer 2010 TeamEinsNull und schloss nach dreieinhalb Jahren im Job obendrein sein Examen ab.
Von Göttingen aus beraten die drei TeamEinsNull-Gesellschafter seitdem Unternehmen, die sich im Bereich Sport engagieren wollen. Oft würden Sponsoring-Gelder nach dem Gießkannen-Prinzip verteilt, sagt Karasch. Manchmal entscheidet schlicht die Vorliebe des Chefs darüber, welcher Sportart der Werbeetat zugute kommt.
„Wir analysieren zunächst, welche Sportart tatsächlich zur Zielgruppe eines Unternehmens passt“. Viele Unternehmen würden sich nur wegen der großen Reichweite für Fußball entscheiden. „Aber Fußballfans interessieren sich eventuell gar nicht für das beworbene Produkt“, sagt Karasch und nennt noch einen Denkfehler. Wenn es 18 Cola-Anbieter gäbe und 18 Sportvereine, die für deren Softgetränke werben, werde nur der Marktführer profitieren, sagt er voraus. Darum arbeitet TeamEinsNull nicht zuletzt für kleine und mittelständische Unternehmen eine passgenaue Strategie aus.
Der Markt ist hart umkämpft, die Agentur TeamEinsNull vergleichsweise klein. Doch Karasch und Co. setzen auf ihre guten Kontakte zur Sportbranche. „Wir kennen den Bedarf des Sports und der Unternehmen.“ Dass Selbstständigkeit auch Risiko bedeutet, nimmt der 30-Jährige in Kauf, weil er selbstbestimmtes Arbeiten schätzt. Nicolas Karasch ist sich sicher: „Jetzt habe ich meinen Traumjob.“

Montag, 31.10.2011

Artikel HNA

stephan